Gefahrgut - Klassen 1 bis 9

Die ADR-KLASSEN mit Beispielen einfach erklärt

Gefährliche Güter werden im ADR in neun Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe steht für eine bestimmte Gefahr. Dazu gehören zum Beispiel Explosionen, Brände, giftige Stoffe oder Schäden für die Umwelt.

Die richtige Einteilung ist wichtig. Denn sie bestimmt, wie ein Stoff verpackt, gekennzeichnet, gelagert und transportiert werden muss. Ausserdem legt sie fest, welche Dokumente nötig sind.

Eine falsche Einteilung kann Risiken, Verzögerungen oder Probleme bei Kontrollen verursachen. Deshalb sollte die Zuordnung immer sorgfältig geprüft werden.

Hinweis für Betriebe
Führen Sie einen Produktions- oder Industriebetrieb? Dann informieren Sie sich über die gesetzlichen Pflichtschulungen für Industriebetriebe. Dazu gehören unter anderem ADR-1.3-Unterweisungen, Staplerschulungen und Erste-Hilfe-Kurse.

Kurz gesagt

Die Gefahrgutklasse bestimmt, wie ein gefährlicher Stoff verpackt, gekennzeichnet und transportiert werden muss. Deshalb ist die richtige Einteilung besonders wichtig. Nur so lassen sich die Regeln aus ADR und SDR korrekt einhalten. Zudem werden Risiken beim Transport reduziert.

Was sind Gefahrgutklassen?

Gefahrgutklassen ordnen gefährliche Güter nach ihrer wichtigsten Gefahr ein. Dadurch lassen sich Risiken beim Transport besser erkennen. Zudem können passende Regeln für den sicheren Umgang festgelegt werden.

Ein Stoff kann zum Beispiel brennbar, giftig, ätzend oder explosiv sein. Je nach Gefahr wird er einer bestimmten Gruppe zugeteilt.

Daneben können weitere Angaben wichtig sein. Dazu gehören die UN-Nummer, die Verpackungsgruppe und besondere Regeln.

Die 9 Gefahrgutklassen nach ADR

Klasse 1 Explosive Stoffe und Gegenstände

Dazu gehören Stoffe und Gegenstände, die explodieren können. Dabei können Druck, Hitze oder gefährliche Splitter entstehen.

Beispiele
  • Feuerwerkskörper
  • Sprengstoffe
  • Munition
  • pyrotechnische Gegenstände

Klasse 2 Gase

Hierzu zählen verdichtete, verflüssigte oder gelöste Gase. Je nach Art können sie entzündbar, giftig oder erstickend wirken.

Beispiele
  • Propan
  • Butan
  • Sauerstoff
  • Druckgasflaschen
  • Aerosole

Klasse 3 Entzündbare flüssige Stoffe

Diese Stoffe bilden leicht entzündbare Dämpfe. Deshalb können sie sich bereits bei niedrigen Temperaturen entzünden.

Beispiele
  • Benzin
  • Lösungsmittel
  • Farben
  • Lacke
  • Alkohole

Klasse 4.1 Entzündbare feste Stoffe

Diese Stoffe können sich leicht entzünden. Zudem können Reibung, Hitze oder eine chemische Reaktion einen Brand auslösen.

Beispiele
  • Zündhölzer
  • Schwefel
  • bestimmte Metallpulver
  • selbstzersetzliche Stoffe

Klasse 4.2 Selbstentzündliche Stoffe

Diese Stoffe können sich ohne offene Flamme selbst entzünden. Das kann zum Beispiel durch Luftkontakt oder langsame Erwärmung geschehen.

Beispiele
  • weisser Phosphor
  • bestimmte Metallpulver
  • ölhaltige Abfälle
  • selbst erhitzende Stoffe

Klasse 4.3 Stoffe, die mit Wasser entzündbare Gase entwickeln

Diese Stoffe reagieren mit Wasser. Dabei entstehen manchmal brennbare Gase. Diese können sich anschliessend leicht entzünden.

Beispiele
  • Calciumcarbid
  • Natrium
  • Kalium
  • bestimmte Metalllegierungen

Klasse 5.1 Entzündend wirkende Stoffe

Diese Stoffe sind nicht zwingend selbst brennbar, können aber Brände fördern oder verstärken.

Beispiele
  • Wasserstoffperoxid
  • Nitrate
  • Chlorate
  • bestimmte Düngemittel

Klasse 5.2 Organische Peroxide

Organische Peroxide sind thermisch instabile Stoffe, die sich unter bestimmten Bedingungen zersetzen können.

Beispiele
  • Härter für Kunststoffe
  • Peroxide in der chemischen Industrie
  • bestimmte Initiatoren für Polymerisationen

Klasse 6.1 Giftige Stoffe

Diese Stoffe können bei Einatmen, Verschlucken oder Hautkontakt schwere Gesundheitsschäden verursachen.

Beispiele
  • Pestizide
  • giftige Chemikalien
  • bestimmte Laborstoffe
  • toxische Industrieprodukte

Klasse 6.2 Ansteckungsgefährliche Stoffe

Zur Klasse 6.2 gehören Stoffe, die Krankheitserreger enthalten oder übertragen können.

Beispiele
  • medizinische Proben
  • infektiöse Abfälle
  • diagnostische Proben
  • bestimmte biologische Materialien

Klasse 7 Radioaktive Stoffe

Radioaktive Stoffe senden ionisierende Strahlung aus und unterliegen besonders strengen Transportvorschriften.

Beispiele
  • medizinische Isotope
  • radioaktive Prüfquellen
  • bestimmte Forschungssubstanzen

Klasse 8 Ätzende Stoffe

Diese Stoffe können Haut, Augen, Schleimhäute oder Materialien stark schädigen.

Beispiele
  • Säuren
  • Laugen
  • Batterien mit Säure
  • Reinigungsmittel
  • ätzende Chemikalien

Klasse 9 Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände

Klasse 9 umfasst gefährliche Stoffe und Gegenstände, die nicht eindeutig in die anderen Klassen fallen, aber dennoch beim Transport Risiken verursachen können.

Beispiele
  • Lithium-Batterien
  • umweltgefährdende Stoffe
  • Asbest
  • magnetisierte Stoffe
  • Trockeneis

Warum ist die richtige Gefahrgutklasse wichtig?

Die richtige Einteilung bildet die Grundlage für alle weiteren Schritte beim Transport.

Sie bestimmt unter anderem:

  • welche Verpackung erlaubt ist
  • welche Kennzeichnung nötig ist
  • welche Angaben in den Papieren stehen müssen
  • welche Stoffe nicht zusammen transportiert werden dürfen
  • welche Mengen erlaubt sind
  • ob besondere Regeln gelten
  • ob Mitarbeitende geschult werden müssen
  • ob ein Gefahrgutbeauftragter nötig ist

 

Eine falsche Einteilung kann zu Fehlern führen. Dadurch werden Stoffe möglicherweise falsch verpackt, gekennzeichnet oder erfasst. Ausserdem können bei Kontrollen oder während des Transports Probleme entstehen.

Wer bestimmt die Gefahrgutklasse?

Die Einteilung richtet sich nach den Eigenschaften des Stoffes oder Produkts. Dabei helfen das Sicherheitsdatenblatt, die UN-Nummer sowie die Regeln aus ADR und SDR.

Oft enthält das Sicherheitsdatenblatt bereits wichtige Angaben für den Transport. Trotzdem ist die richtige Zuordnung nicht immer sofort klar.

Das gilt besonders für Gemische, chemische Produkte, Batterien, Reinigungsmittel und Waren aus der Industrie. Deshalb sollten diese Produkte genau geprüft werden.

Unsicher bei der Klassifizierung?

Sie wissen nicht, welcher Gefahrgutklasse Ihr Produkt zugeordnet werden muss? Die korrekte Klassifizierung ist die Grundlage für Verpackung, Kennzeichnung, Beförderungspapiere und Transportvorschriften.

SBTL.ch unterstützt Unternehmen bei der Einordnung nach ADR/SDR und zeigt, welche Pflichten für den sicheren Transport relevant sind.

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Häufige Fragen zu den ADR-Klassen

Klassifizierung und Beispiele
Was sind die 9 ADR-Klassen?

Die 9 ADR-Klassen ordnen gefährliche Güter nach ihrer Hauptgefahr ein. Dazu gehören zum Beispiel explosive Stoffe, Gase, entzündbare Flüssigkeiten, giftige Stoffe, ätzende Stoffe und verschiedene gefährliche Stoffe wie Lithium-Batterien.

Die Einteilung hilft dabei, Risiken im Transport richtig zu beurteilen und die passenden Vorschriften für Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation und Beförderung anzuwenden.

Welche Gefahrgutklasse haben Lithium-Batterien?

Lithium-Batterien werden in der Regel der Klasse 9 zugeordnet. Diese Klasse umfasst verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände, die nicht eindeutig in andere Klassen fallen, aber beim Transport besondere Risiken verursachen können.

Beim Versand von Lithium-Batterien sind neben der Klasse auch die passende UN-Nummer, Verpackung, Kennzeichnung und die jeweiligen Transportvorschriften entscheidend.

Welche Gefahrgutklasse haben Benzin, Diesel oder Lacke?

Benzin gehört typischerweise zur Klasse 3, also zu den entzündbaren flüssigen Stoffen. Auch viele Lacke, Lösungsmittel, Farben und Alkohole können unter diese Klasse fallen.

Diesel kann ebenfalls als Gefahrgut eingestuft sein. Die genaue Einstufung hängt unter anderem vom Produkt, der UN-Nummer, dem Flammpunkt und den Angaben im Sicherheitsdatenblatt ab.

Wer bestimmt die Gefahrgutklasse eines Stoffes?

Die Gefahrgutklasse wird anhand der Eigenschaften eines Stoffes oder Produkts bestimmt. Wichtige Grundlagen sind unter anderem Sicherheitsdatenblätter, UN-Nummern, Prüfdaten und die Vorgaben aus ADR/SDR.

Bei einfachen Produkten ist die Einstufung oft im Sicherheitsdatenblatt ersichtlich. Bei Gemischen, chemischen Produkten oder unklaren Angaben sollte die Klassifizierung sorgfältig geprüft werden.

Was ist der Unterschied zwischen Gefahrgutklasse und Verpackungsgruppe?

Die Gefahrgutklasse beschreibt die Art der Hauptgefahr, zum Beispiel entzündbar, giftig oder ätzend.

Die Verpackungsgruppe beschreibt bei bestimmten Stoffen den Gefahrgrad innerhalb einer Klasse. Sie beeinflusst unter anderem, welche Verpackung verwendet werden darf und welche Anforderungen beim Transport gelten.

Was passiert bei einer falschen Klassifizierung?

Eine falsche Klassifizierung kann dazu führen, dass Gefahrgut falsch verpackt, unvollständig gekennzeichnet oder nicht korrekt dokumentiert wird.

Das kann zu Verzögerungen, Beanstandungen bei Kontrollen, Sicherheitsrisiken oder rechtlichen Folgen führen. Deshalb ist die korrekte Einstufung die Grundlage für einen sicheren und vorschriftskonformen Gefahrguttransport.

Wann sollte ein Unternehmen die Klassifizierung prüfen lassen?

Eine Prüfung ist sinnvoll, wenn neue Produkte versendet werden, Sicherheitsdatenblätter unklar sind oder nicht sicher ist, ob ein Produkt als Gefahrgut gilt.

Auch bei Gemischen, chemischen Produkten, Batterien, Reinigungsmitteln oder industriellen Erzeugnissen lohnt sich eine fachliche Einordnung nach ADR/SDR.

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